Zwei Silbermedaillen für das Schweizer Team an der Junioren-/U23-WM in Banja Luka (BOS)
Kristin Amstutz
Am zweiten Wettkampftag der Junioren-/U23-Weltmeisterschaften in Bosnien mit den Sprintfinals und dem Teamsprint, war im Schweizer Team von "Himmel hoch jauchzend" bis "zu Tode betrübt" alles vorhanden. Das Nidwaldner Junioren-Team Jonah Müller und Cornel Bretscher holte sich mit einem fehlerfreien Lauf die Silbermedaille bei den Zweierkanadiern. Diese Medaille überraschte auch die Betreuer, denn niemand hatte das noch junge Team auf der Rechnung, doch sie konnten zur rechten Zeit über sich hinauswachsen und ihre Bestleistung abrufen. Es fehlte nicht viel und es wäre gar der erste Weltmeistertitel bei den C2 gewesen!

Auch im Teamsprint  konnte das Schweizer Team eine weitere Medaille feiern. Die drei Schweizer Junioren, der Solothurner Robin Häfeli und die beiden Nidwaldner, Cornel Bretscher und Luis Clavadetscher erkämpften sich mit einer taktisch und fahrtechnisch hervorragenden Fahrt die Silbermedaille. Sie schlugen die klar favorisierten Franzosen, Slowenen und Tschechen und wurden nur gerade vom italienischen Team geschlagen.
Diese Medaille kam völlig unerwartet, musste die Schweizer Teamleitung doch das Juniorenteam noch kurzfristig umbesetzen. Anstelle des verletzten Basil Jenni kam der Ersatzfahrer Luis Clavadetscher zum Zug, der gestern in der  U23- Qualifikation bewiesen hatte, dass er auf dieser Strecke schnell fahren kann.
Als das Schweizer Team mit einer frühen Startnummer die neue Bestzeit aufstellte, rechnete noch niemand mit einer Medaille; zu stark wurden die nachfolgenden Teams eingeschätzt. Als aber die Favoriten reihenweise an der Schweizer Zeit scheiterten, kam langsam Hoffnung auf eine Medaille auf. Am Schluss konnte das Schweizer Team die zweite unerwartete Silbermedaille an diesem Tag feiern.

Keinen guten Tag erwischte die Bronzemedaillengewinnerin vom letzten Jahr, Hannah Müller. Sowohl im Kajak, als auch im Einerkanadier war ihre Fahrt voller Fehler und die dadurch verlorene Zeit konnte auf dieser Sprintstrecke in Vrbas nicht mehr aufgeholt werden. Sie wurde klar unter ihrem Wert geschlagen, hat aber bereits am Samstag im klassischen Rennen erneut eine Chance, ihr Potential zu beweisen.

Gute Leistungen, aber ohne Exploits zeigten der Solothurner Robin Häfeli (K1)und Jonah Müller (C1) bei den Einzelfinals der Junioren. Sie konnten sich im Final jeweils auf dem achten Rang klassieren.

Nach der sensationellen Leistung von Luis Clavadetscher in der Sprintqualifikation von Vortag, wo er als sechzehnjähriger Juniorenfahrer bei den U23 im zweiten Qualilauf die Tagesbestzeit fuhr und sowohl sich, als auch die Schweizer Betreuer komplett überraschte, konnte er diese Leistung im Final nicht mehr wiederholen. Bereits die Finalqualifikation als Junior bei den U23-Fahrern ist für den jungen Nidwaldner aber als grosser Erfolg zu werten und lässt für die Zukunft einiges hoffen. Seine Zeit von gestern hätte heute im Final für Rang Vier gereicht!

 

 

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