Melanie Mathys gewinnt Gesamtweltcup 2017 in der Wildwasserabfahrt

Reto Schläppi

Kanu: Wintercup Basel 20. Januar

Tagessieg für den Solothurner Nico Meier

Reto Schläppi

Die Teilnehmer am zweiten Wintercuprennen in Basel erwartete am Samstag ein spezielles Rennen. Der sonst im Januar sehr friedliche Rhein zeigte sich von seiner ruppigen Seite. Hochwasser und starke Strömung verlangten von den Wettkämpfern einiges an Kraft und Bootsbeherrschung. Bereits der Massenstart zum 5 Kilometer langen Rennen konnte nicht wie gewohnt mitten auf dem Rhein , sondern musste aus einer ruhigeren Einbuchtung am Ufer vor dem Bootshaus der Rennpaddler Basel gestartet werden. Dies führte bereits am Start zu ersten Rangeleien und nicht alle Teilnehmer schafften es, ihr Boot rechtzeitig vor dem Startkommando flussabwärts auszurichten und mussten zuerst das ganze Feld vorbeiziehen lassen, bevor sie sich auf die Strecke begeben konnten.

Im Wissen um die schwierigen Bedingungen für die Nachwuchsfahrer auf dem Rundkurs vor allem bei der Wende um den Brückenpfeiler und bei der Rückfahrt wieder hinauf zum Bootshaus, nahmen einige Klubs Betreuer als Sicherheitsbegleitung mit. Der Nachwuchs kam aber ohne Kenterungen wieder beim Bootshaus an, die Sicherheitsbegleiter hatten trotzdem mehrere Einsätze. Das Verhängnis nahm seinen Lauf, als ein Drachenboot mit zwölf Paddlern einer Boje der Schifffahrtsbegrenzung zu nahe kam und diese touchierte. Durch den Aufprall wurde die Steuereinrichtung des Drachenboots abgerissen und fiel mitsamt der Steuerfrau des Bootes in den Rhein. Ein direkt dahinter fahrender Kanute sah den Aufprall nicht kommen, fuhr auf die Boje auf und kenterte ebenfalls. Die Sicherheitsbegleiter und weitere Kanuten konnten die im Rhein treibenden dann ans Ufer schleppen und auch das Drachenboot konnte mit einer Notsteuerung wieder zurück zum Ziel gepaddelt werden.

Keine Probleme hatten die Top-Paddler mit den widrigen Bedingungen. Der Tagessieg ging an den Solothurner Nico Meier, der sich damit nach langer Krankheit eindrücklich zurück meldete. Er vermochte den Sieger des ersten Wintercuprennens in Solothurn, den Luzerner Linus Bolzern, durch eine bessere Routenwahl bei der Rückfahrt gegen die Strömung hinauf zum Bootshaus an einer schwierigen Stelle etwas zu distanzieren und konnte diesen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen. Noch im November war Nico Meier beim Wintercup in Solothurn, vollgepumpt mit Antibiotika aufgrund einer hartnäckigen Streptokokken-Infektion, zum Zuschauen verurteilt. Dieses Resultat wird ihm im Hinblick auf die Heim-WM auf der Muota wieder Selbstvertrauen geben.

Der Tagessieg bei den Frauen ging für einmal nicht an Melanie Mathys, sondern die Bruggerin Sabine Eichenberger hatte im Ziel die Nase vorn und kam mit den anspruchsvollen Bedingungen auf dem Rhein besser zurecht. Sie doppelte dann kurz danach im Kanadier Einer gleich noch einmal nach und konnte den zweiten Sieg feiern. Da sie im Einerkanadier im Gegensatz zu ihren Konkurrenten aber im Block Zwei gestartet war, konnte sie wahrscheinlich von besseren Bedingungen profitieren. Der Wasserstand des Rheins schwankte während der Rennen innerhalb von kurzer Zeit oft stark, was besonders bei der Rückfahrt ein Vorteil oder Nachteil sein konnte.

Bei den Junioren wurden der Solothurner Robin Häfeli und die Nidwaldnerin Hannah Müller ihrer Favoritenrolle gerecht und konnten sich durchsetzen

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