Internationale Kanurennen in Fulda (D)

Solothurner zum Saisonauftakt sehr erfolgreich

 

Melanie Mathys, Doppelweltmeiterin 2017

Wir gratulieren recht herzlich.

 

Berichte Reto Schläppi

 

Tag 1: Klassisches Rennen

Melanie Mathys ist U23-Weltmeisterin und Linus Bolzern holt sich die Silbermedaille bei den Junioren

Zum Auftakt der Jun-/U23-WM auf der Mur gab es bereits zwei Medaillen für die Schweizer Delegation. Die Solothurnerin Melanie Mathys konnte ihrer Favoritenrolle gerecht werden und holte sich ihren ersten U23-Titel über die klassische Distanz vor der Italienerin Mathilde Rosa und der Tschechin Martina Satkova. An der letzten U23-WM vor zwei Jahren in den USA musste sie sich noch mit der Bronzemedaille begnügen und wollte dies an ihrer letzten U23-WM noch ändern. Melanie Mathys ging als aktuelle Gesamtweltcupsiegerin 2017 in der Favoritenrolle an den Start, konnte aber mit dem Druck gut umgehen. Sie startete als zweitletzte des U23-Damenfeldes und war durch ihre Betreuercrew auf der zwanzig Minuten langen Wildwasserstrecke jeweils gut über ihre Zwischenzeiten informiert. Im Ziel lag sie sieben Sekunden vor ihren Konkurrentinnen und Mathys hatte die Silbermedaille auf sicher. Es fehlte nur noch die Französin Phenicia Dupras, aber auch sie konnte die Solothurnerin nicht mehr gefährden.

Eine überzeugende Leistung zeigte der Luzerner Juniorenfahrer Linus Bolzern und holte sich die Silbermedaille. Er hatte bereits beim heimischen Weltcuprennen auf der Muota vor einem Monat mit seinem fünften Rang mitten in der Weltelite gezeigt, dass mit ihm an der Junioren-WM zu rechnen sein wird. Als er nach seiner entfesselten Fahrt ins Ziel kam, deklassierte er seine Konkurrenten um mehr als dreissig Sekunden und lange sah es sogar nach einem Sieg aus. Erst der Franzose Augustin Reboul konnte sich noch knapp vor dem Schweizer klassieren. Linus Bolzern holte mit seiner tollen Leistung die erste Silbermedaille des Schweizerischen Kanuverbandes an Junioren-Weltmeisterschaften bei den Herren.

Etliche Top-Klassierungen bei den Juniorinnen und Junioren bewiesen das grosse Potenzial der Mannschaft. So erreichte zum Beispiel der Nidwaldner Jonah Müller im C1 trotz seiner erst 15 Jahre mit dem 13. Rang einen Platz in der ersten Ranglistenhälfte.
Bei den Juniorinnen konnten die Nidwaldnerinnen Hannah Müller und Flavia Zimmermann gegen die überlegenen Tschechinnen nichts ausrichten. Die beiden Schweizerinnen belegten im Klassement die Ränge Sechs und Acht.
Bei den K1 Herren glänzten neben Linus Bolzern auch Robin Häfeli mit Rang 17 und Leano Meier als 24. Cornel Bretscher konnte nach einem Fahrfehler in der Schlüsselstelle sein Ziel der Top 20 nicht mehr erreichen.

Beim Rennen der U23-Herren schaffte der Solothurner Nico Meier den angestrebten Platz unter den Top Ten und konnte sich als Achter klassieren.

Nico Meier

Tag 2: Teamrennen klassisch

Bronze für das Schweizer U23 Damenteam!

In einem knappen Rennen wurden die Schweizerinnen hinter den Tschechinnen und den Französinnen Dritte und holten sich die dritte Medaille für die Schweiz an der Junioren- /U23-WM in Österreich. Damit hat das Schweizer Team die Zielsetzungen bereits nach Halbzeit der Wettkämpfe erfüllt und es warten ja noch die Sprintrennen!

Die Schweizer Junioren werden in einem extrem engen Rennen starke Sechste mit nur 3,5 Sekunden Rückstand aufs Podest!

 

Tag 3: Sprintrennen

Melanie Mathys gewinnt auch den Sprint und ist U23-Doppelweltmeisterin!

Linus Bolzern holt Bronze und damit auch seine zweite WM-Medaille


Damenteam mit Melanie Mathys holt mit Silber im Teamsprint die sechste Medaille für die Schweiz

Nach einer souveränen Sprintqualifikation am Freitag mit klarer Bestzeit, liess sich die Solothurner Wirtschaftsstudentin auch beim Sprintfinal der besten Zwölf durch die erneute Favoritenrolle nicht aus der Ruhe bringen und siegte mit einem fehlerfreien Lauf auf der anspruchsvollen Sprintstrecke auf der Mur. Damit holte sie sich nach dem Sieg vom Mittwoch über die klassische Distanz bereits den zweiten Weltmeistertitel an diesem Anlass.  Mit den beiden Teammedaillen kommt Melanie Mathys mit insgesamt vier Medaillen zurück in die Schweiz und schliesst ihre U23-Karriere mit einem fantastischen Ergebnis ab. Noch ist ihre Saison aber nicht zu Ende. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es in die Vorbereitung für die Sprint-Weltmeisterschaften in Pau (FRA), die Ende September den Saisonabschluss bilden. An dieses Rennen hat die Solothurnerin gute Erinnerungen, konnte sie doch auf der künstlichen Wildwasserstrecke in Pau im letzten Jahr das Weltcuprennen gewinnen.
Auch der Silbermedaillengewinner vom klassischen Rennen am Mittwoch, der Luzerner Linus Bolzern, konnte seine Topleistung im Sprintfinale wiederholen und holte sich die Bronzemedaille hinter dem neuen Juniorenweltmeister Titouan Ropers (FRA) und Leonardo Pontarollo (ITA).
Der U23-Fahrer Nico Meier war nach seinem guten Resultat im klassischen Rennen motiviert, dies im Sprint noch einmal zu bestätigen oder gar zu verbessern. Nach einer problemlosen Qualifikation für den Final in den Rennen am Freitag, gelang ihm der Final nicht nach Wunsch. Kleine Fehler auf der Fahrt bremsten ihn aus und am Schluss reichte es zu Rang Zwölf und er verpasste seine angestrebte Top Ten-Klassierung.
Für die beiden Solothurner Junioren Robin Häfeli und Leano Meier war die Hürde für die Finalqualifikation der besten Fünfzehn im Sprint erwartungsgemäss noch zu hoch. Der erst sechzehnjährige Robin Häfeli war in der Qualifikation aber sehr nahe an einer Überraschung. Er fuhr ein sehr gutes Qualirennen und mit Rang Sechzehn verpasste es den Finaleinzug nur gerade um einen Rang. Siebzehn Hundertstelsekunden fehlten für  die Teilnahme am Finalrennen. Die beiden Solothurner konnten sich aber beide mit guten Leistungen für die Teamrennen qualifizieren und fuhren zusammen mit dem zweifachen Medaillengewinner Linus Bolzern im klassischen Rennen, wie auch im Teamsprint, auf den guten sechsten Rang. Über die lange Distanz fehlte aber nicht viel für den Sprung aufs Podest. Unter der Führung des Silbermedaillengewinners Linus Bolzern nahmen sie die sechs Kilometer lange Wildwasserstrecke in Angriff und fuhren das Rennen ihres Lebens. Am Schluss des ungewohnt langen Teamrennens fehlten den beiden Solothurnern dann doch etwas die Kräfte um die Sensation einer Team-Medaille zu verwirklichen. Bitter für das Schweizer Team war, dass nach über zwanzig Minuten Fahrzeit nur gerade 3.5 Sekunden für die Bronzemedaille fehlten

Das U23-Damenteam sorgte mit einer starken Teamleistung im abschliessenden Teamsprint für die sechste Schweizer WM-Medaille. Die U23-Doppel-Weltmeisterin Melanie Mathys führte die beiden Juniorinnen Hannah Müller und Flavia Zimmermann zur Silbermedaille, knapp hinter den siegreichen Französinnen. Das Schweizer Team besiegte mit einer taktisch geschickten Fahrt die stärker eingeschätzten Tschechinnen und das deutsche Damenteam

Das Junioren- und U23-Team der Schweiz zeigte an diesen Weltmeisterschaften einen tollen Auftritt. Sie konnten ihre beste Leistung im richtigen Moment abrufen und aus den Zielsetzungen von drei WM-Medaillen wurden zum Schluss das Doppelte, nämlich sechs Medaillen (Vier Einzel- und zwei Teammedaillen). Das Schweizer Team fährt am Sonntag mit zwei kompletten Medaillensätzen zurück in die Schweiz und Athleten und Betreuer dürfen mehr als zufrieden sein. Gute Stimmung im Team, gute Betreuung durch die Trainerinnen und den Physio, leistungsbereite Athleten und ein Quentchen Glück im richtigen Moment sind die Voraussetzungen für diese Medaillenausbeute. Zu den Medaillen kommen noch viele Topergebnisse mit Plätzen in den Top Ten oder neun Qualifikationen für die Sprintfinals.

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Robin Häfeli


 

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