Kanu-Weltcup Muota

Melanie Mathys am ersten Weltcupwochenende sehr
erfolgreich


Reto Schläppi

Ausgezeichnete Schweizer Resultate beim Auftakt zum Weltcup in der Kanuabfahrt im Muotatal. Am Wochenende fanden auf der Muota die Klassik und Sprint Rennen statt. Die Solothurnerin Melanie Mathys konnte an ihre Erfolge an der EM anknüpfen und ist nach einem Sieg über die klassische Distanz und einer Silbermedaille im Sprint die aktuelle Weltcupleaderin bei den Frauen.
Die Klassik Rennen konnten am Samstag bei besten Bedingungen stattfinden. Rund 140 Athleten aus 14 Nationen standen am Start. Für erfreuliche Resultate aus Schweizer Sicht sorgten die zwei Podestplätze von Melanie Mathys und Hannah Müller im Kajak sowie Sabine Eichenbergers zweiter Rang im Kanadier Einer. Frankreich feierte einen Doppelsieg im Kanadier Zweier der Männer.

Auch beim Kajak Einer standen mit Paul Graton (2.) und Paul Jean (3.) zwei Franzosen auf dem Podest. Der Sieg der Solothurnerin Melanie Mathys musste sie sich hart erkämpfen. Aufgrund von Abschlussprüfungen an der Universität konnte sie erst am Freitagnachmittag anreisen und auf der schwierigen Strecke trainieren. Melanie Mathys wollte aber unbedingt dieses Heimrennen gewinnen und damit auch die Hauptprobe für die WM 2018 auf derselben Strecke. Sie konnte als Gesamtweltcupsiegerin des letzten Jahres als letzte starten und wurde von den Schweizer Betreuern jeweils über ihre aktuelle Zwischenzeit orientiert. Melanie Mathys übernahm von Anfang die Führung und lag bei jeder Zwischenzeit klar vorn und meisterte auch den sehr anspruchsvollen Abschnitt vor dem Ziel optimal und holte sich den klaren Sieg bei den Damen. Sie revanchierte sich damit auch für die Niederlage beim klassischen Rennen an den Europameisterschaften in Mazedonien vor drei Wochen. Eine Überraschung war die Nidwaldner Juniorin Hannah Müller, die auch den Sprung aufs Podest schaffte und sich bei ihrem ersten Weltcuprennen mitten in der Weltspitze klassierte. Die Schweizer Frauenpower komplettierten die Bruggerin Sabine Eichenberger mit ihrer Silbermedaille im Einer-Kanadier und Flavia Zimmermann, die sich auf dem fünften Rang bei den Kajak Damen klassieren konnte.
Das Nachwuchstalent Linus Bolzern aus Luzern erreichte bei den Herren Elite den hervorragenden 5. Rang und sorgte damit für das beste Ergebnis bei den Schweizer Herren seit über zwanzig Jahren.
Beim Sprintrennen am Sonntag sorgten der Regen und der hohe Wasserstand für Verzögerung im Rennablauf. Bei fast doppelt so viel Wasser wie am Vortag wurden Kanuten wie Veranstalter stark gefordert. Die drei Läufe des Sprintrennens konnten aber ohne grössere Probleme durchgeführt werden. Auch über die Kurzdistanz konnten sich auf dem wuchtigen Wasser die Franzosen behaupten. Insgesamt gewinnen sie in den Sprint-Rennen 8 Medaillen. Aber auch die Schweizer Athletinnen konnten gute Resultate realisieren. Die Solothurnerin Melanie Mathys holt sich nach dem Sieg über die klassische Distanz vom Vortag noch Silber im Sprint. Den ersten Qualifikationslauf konnte Mathys klar gewinnen, im Finallauf bei einem Maximalwasserstand unterlief ihr aber in einer Passage ein Fahrfehler, der sie kurz stoppte und zu einem Zeitverlust führte.
Nicht zufrieden mit den beiden Rennen war der Solothurner Nico Meier. Nach einer intensiven Prüfungswoche für die Matura konnte er sich nicht optimal auf die beiden Wettkämpfe auf der Muota vorbereiten und konnte sein Leistungspotential nicht abrufen.

Athleten und Organisatoren können auf ein spannendes und erfolgreiches Wochenende zurückblicken. Nach dem Abschluss des Weltcups beginnt bereits die Organisation der Weltmeisterschaft. In einem Jahr werden sich die weltbesten Kanufahrer wieder an der Muota versammeln.
 

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