Junioren Europameisterschaften Murau

Keine Exploits zum Auftakt der Junioren-EM

Beim Auftakt der Junioren-EM mit dem klassischen Rennen über die lange Distanz im österreichischen Murau erfüllte das Schweizer Junioren-Team zwar die Erwartungen, allerdings gab es keine Überraschungen. Der Teamleader der Herren, der Luzerner Linus Bolzern war nach dem Rennen enttäuscht. Er hatte sich eine Klassierung in den Top Ten zum Ziel gesetzt, verpasste diese aber mit Rang Zwölf um sechs Sekunden. Das sehr lange und kräfteraubende Rennen auf der Mur war für das Schweizer Team etwas ungewohnt. Die ständigen Wellen und Walzen mit teilweise technisch schwierigen Passagen, forderten einiges an Kraftreserven und Konzentration vom Schweizer Team. Pech hatte das Zweierkanadierteam Müller/Bolzern. Nach gutem Rennbeginn, hatten sie eine Frontalkollision mit einem nicht erkennbaren Stein unter Wasser, kenterten und verloren sehr viel Zeit. Eine gute Leistung erbrachte die junge Nidwaldnerin Hannah Müller. Auch sie verpasste eine Klassierung unter den besten Zehn bei den Juniorinnen nur knapp und platzierte sich auf dem dreizehnten Schlussrang.

Die beste Leistung des Schweizer Teams erreichte die Solothurnerin Melanie Mathys. Sie gewann das Rennen der U23-Kategorie mit grossem Vorsprung. Allerdings war dieses Rennen nur ein Rahmenrennen im Hinblick auf die U23-WM im kommenden Jahr am selben Ort. Obwohl der Int. Kanuverband die U23-Kategorie bereits im vergangenen Jahr offiziell eingeführt hatte, verpasste es der europäische Kanuverband, seine Reglemente dahingehend zu ergänzen und so konnte an der Junioren-EM keine U23-EM ausgetragen werden.

Dominierende Nation im klassischen Rennen waren die Tschechen. Sowohl bei den Damen, als auch bei den Einerkanadiern konnten sie alle Medaillenplätze erkämpfen. Eine erstaunliche Leistung bot die achtzehnjährige Martina Satkova. Sie holte sich gleich in zwei Disziplinen den Jun-EM-Titel. Noch erstaunlicher ist, dass sie auch im Slalom zur absoluten Weltspitze gehört. Dies ist eine Folge des tschechischen Fördermodells, welches von allen Nachwuchsathleten Starts in Slalom und Abfahrt verlangt und erst im Elitealter eine Spezialisierung erlaubt.

Sprint-Qualifikation Samstag

Auch der C2 Müller/Bolzern schafft die Finalquali im zweiten Durchgang nach einem schlechten ersten Lauf. Allerdings wurden die Nerven der Betreuer arg strapaziert. Sie sicherten sich den letzten Finalplatz zeitgleich mit einem kroatischen Boot. Damit haben sich alle Schweizer, ausser dem Teamjüngsten Robin Häfeli für das Finalrennen vom Sonntag qualifiziert und die teils guten Qualizeiten geben Hoffnung für den Finaldurchgang. Hopp Schwyz!!
Beim ersten fünfzehnjährigen Robin Häfeli ging es vor allem ums Erfahrungen sammeln um für die nächsten EM's und WM's vorbereitet zu sein. Er hatte allerdings im zweiten Qualilauf noch Pech, riss seinen Sitz beim Einfahren kurz vor seinem Start aus der Halterung und musste mit dem Ersatzboot der Trainerin an den Start gehen. Dies war sicher nicht die optimale Startvorbereitung!

 

Sprint-Finale: Bronze für Linus Bolzern

Beim Sprintfinale an den Junioren-Europameisterschaften in Murau (AUT) holte sich der Luzerner Linus Bolzern überraschend die Bronzemedaille im Sprintfinal. Nachdem er beim Auftaktrennen über die lange Distanz die angestrebte Top-Ten-Platzierung noch verfehlte und eine Enttäuschung verkraften musste, gelang im bereits am Samstag in den Sprint-Qualifaktionen eine klare Steigerung. Beim Sprintfinal am Sonntag erwischte Linus Bolzern dann einen optimalen und fehlerfreien Lauf und holte sich völlig überraschend seine erste EM-Medaille. Mit dieser Klassierung konnte er zum ersten Mal sein Potential an einem Grossanlass unter Beweis stellen und seine beste Leistung zum richtigen Zeitpunkt abrufen.

Den Auftrieb durch den Medaillengewinn nutze Linus Bolzern wenig später im Zweierkanadier zusammen mit seinem Partner Benjamin Müller, gleich noch einmal aus. Die Qualifikation für den Sprintfinal erreichten sie am Samstag nur sehr knapp Im Final konnten sie sich klar steigern und beendeten das Rennen auf dem hervorragenden fünften Schlussrang.Linus

Auch die Solothurnerin Melanie Mathys darf mit ihren Resultaten mehr als zufrieden sein. Zwei klare Siege in der U23-Kategorie sind eine optimale Vorbereitung für die U23-WM 2017 am selben Ort. Schade nur, dass es der europäische Kanuverband in diesem Jahr verpasst hat, eine offizielle U-23-EM zu organisieren.

Die weiteren Schweizer konnten sich gegenüber der Qualifikationsläufen nicht mehr steigern

 

Teilnehmer: Linus Bolzern (K1+C2), Robin Häfeli, Benjamin Müller (C1+C2), Hannah Müller (K1+ C1), Melanie Mathys (Vorbereitung U23-WM 2017)
Trainer: Kristin Amstutz, Annalena Kuttenberger, Thjis Waasdorp (Physio)

 

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