Chantal Abgottspon holt Bronze im Sprint an der EM in Bosnien

 Reto Schläppi

Die beiden Solothurner im Schweizer Team, Chantal Abgottspon und Nico Meier zeigten an den Europameisterschaften im bosnischen Banja Luka eine starke Leistung. Mit der Bronzemedaille im Sprintbewerb konnte sich Chantal Abgottspon sogar auf dem Podest klassieren.

Der Auftakt der EM mit den Rennen über die klassische Distanz am Donnerstag lief den beiden Solothurner noch nicht wie geplant. Chantal Abgottspon konnte sich mit dem neunten Rang zwar in den Top Ten klassieren, aber beide waren mit ihren Leistungen nur bedingt zufrieden. Im klassischen Rennen über die lange Distanz vermochte dafür die Teamseniorin, die Bruggerin Sabine Eichenberger mit einer Bronzemedaille im Kajak und einer Silbermedaille bei den Einerkanadiern Damen zu überzeugen. Die klassischen Rennen auf dem Fluss Vrbas waren geprägt von Startverschiebungen und Neuansetzungen von Rennen und verlangten von den Teilnehmern viel Flexibilität. Beim Staudamm oberhalb der Strecke kam es kurz vor Rennbeginn zu einer Störung und es musste wesentlich mehr Wasser abgelassen werden, als geplant. Dies führte zu ständig wechselnden Wasserständen und teilweise zu unfairen Bedingungen für einzelne Wettkämpfer, die entweder durch den steigenden Wasserstand schnellere Bedingungen vorfanden oder vom fallenden Wasserstand gebremst wurden. Auch Nico Meier musste das klassische Rennen mit einer frühen Startnummer in Angriff nehmen und konnte noch nicht vom ansteigenden Wasserstand profitieren. Nach vielen Protesten der Teamleitungen entschied sich die Jury dann, die Nachmittagsrennen komplett zu streichen und auf den Folgetag zu verschieben..

Am Samstag in den Qualifikationsläufen für die Finalteilnahme im Sprint klappte aber alles und Chantal Abgottspon konnte sich mit dem dritten Rang im ersten Lauf direkt für den Finaldurchgang qualifizieren. Nico Meier konnte sich zwar erst über den zweiten Sprintlauf für den Final qualifizieren. Er war aber der erste Schweizer bei den Herren-Elite, der sich seit der Einführung des Finalmodus 2012 an einer EM oder WM für eine Finalteilnahme qualifizieren konnte.

Der Finaldurchgang fand in Banja Luka für Kanuten ungewohnt spät statt. Der Sprintfinal wurde erst um 21 Uhr unter Flutlicht gestartet. Chantal Abgottspon konnte als Drittletzte starten und bei ihrer Zieldurchfahrt zeigte die Infotafel Rang Drei an. Die italienische Sprintweltmeisterin Constanza Bonaccorsi und die Französin Manon Hostens die in der Qualifikation noch hinter Abgottspon lagen, konnten sich im Final noch steigern und klassierten sich vor der Solothurnerin. Das bange Warten dauerte für Chantal Abgottspon aber nicht lange. Weder die deutsche Füsser noch die tschechische Qualifikationssiegerin Capakova konnten den Wildwasserabschnitt fehlerfrei absolvieren und und verpassten die Medaillenränge. Damit stand die sechsundzwanzigjährige Solothurnerin nach dem Gewinn der Silbermedaille an der Sprint-EM 2011 erneut in einem Sprintrennen auf dem Podest und holte sich die Bronzemedaille.

Nicht mehr steigern konnte sich der Sportklassenschüler Nico Meier. Im hochkarätigen Teilnehmerfeld im Final entschieden Hundertstelssekunden über Sieg oder Niederlage und der kleinste Fahrfehler führte sofort zu einem Zeitverlust. Mit dem vierzehnten Schlussrang im Sprinfinale darf er aber zufrieden sein.

Mit drei Medaillen und vier Finalqualifikationen hat das kleine Schweizer Team eine hervorragende Bilanz. Leider ist die EM für das Schweizer Team mit dem Sprint bereits beendet. Die heutigen Team-Sprints finden ohne Schweizer Beteiligung statt, da weder bei den Herren, noch bei den Damen, drei Schweizer Boote für die Teamrennen vorhanden sind.

Wir gratulieren allen recht herzlich.

 

 

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