Jugend- und Schülerschweizermeisterschaften Slalom, Derendingen

Bericht Kristin Amstutz

Auf dem Emmekanal in Derendingen lag der Fokus der Schweizer Kanuwelt vergangenes Wochenende ganz auf dem Nachwuchs. Die Solothurner Kajakfahrer organisierten die Jugend- und Schülerschweizermeisterschaften im Kanu-Slalom und konnten mit knapp hundert Starts in den Einzelrennen ein spannendes Rennen reibungslos über die Bühne bringen. Zwei Titel gingen dann auch gleich in die eigenen Reihen: Robin Häfeli wurde am Sonntag im Kajak Schülermeister, nachdem er zusammen mit Leano Meier und Yannick Zimmermann am Vortag schon den Teamtitel bei den Jugendfahrern nach Solothurn geholt hatte.

Den jungen Paddlern nicht gerade einfach machte es der für den Parcours verantwortliche Mike Kurt, dreifacher Olympiateilnehmer und eines der grossen Aushängeschilder der Solothurner Kajakfahrer: die engen Torkombinationen, die Kurt in den Strömungen und Wirbeln der Strecke gesetzt hatte, wurde für die jungen Fahrer zur grossen Herausforderung, manch einer verpasste schwierige Tore und es gab auch einige Kenterungen zu verzeichnen. Der Langendörfer Robin Häfeli hatte mit diesen Problemen nicht zu kämpfen, mehrere Torberührungen liessen den Titelgewinn aber äusserst knapp werden. Voller Elan startete er ins Rennen und es gelang ihm im ersten Lauf eine tolle Leistung im oberen Streckenteil, den er mit viel Zug und schnellen Tordurchquerungen ähnlich den Topcracks meisterte. Im zweiten Teil wollte es Robin dann wohl zu gut machen und musste fünf Torberührungen kassieren, was ihm zehn Strafsekunden einbrachte. Zwar reichte es zur Führung, der Basler Jan Rohrer war ihm aber dicht auf den Fersen mit einer zwar deutlich langsameren Fahrzeit, aber nur 4 Strafsekunden. „Ich muss im zweiten Lauf sauberer fahren“, war Robins kurze Analyse nach dem ersten Lauf. Dieses Ziel konnte er schon im schwierigeren ersten Teil der Strecke leider nicht erfüllen; diesmal berührte er schon mehrere Tore in den ersten Kombinationen. Am Schluss kam er wieder auf 5 Torfehler und die Laufzeit war zudem etwas langsamer. Sein erster Lauf würde also für die Endabrechnung reichen müssen – das grosse Abwarten aufs Veröffentlichen der Rangliste begann. Hatte der ein Jahr ältere Basler Slalomspezialist gegenüber dem ersten Lauf aufdrehen können? Viel knapper hätte es nicht enden können: 62 Hundertstel trennten am Schluss die Konkurrenten. Mit seiner kraftvollen Fahrweise konnte Robin die vielen Torfehler wettmachen und erpaddelte sich den Schülermeistertitel.

Natürlich waren viele weitere junge SolothurnerInnen am Start: Sowohl Leano Meier als auch Evelyn Merklin konnten sich in ihren Kategorien auf dem 5. Platz rangieren und zeigten damit, dass sie in Lauerposition auf die Medaillenränge sind. Aber auch noch ganz neue Paddler versuchten sich am schwierigen Parcours und meisterten die Tücken schon mit beachtlichem Erfolg.

Wie man seinen anspruchsvollen Parcours fehlerfrei und pfeilschnell meistern kann, zeigte das Vorbild vieler junger Kanufahrer, Mike Kurt, im Rahmenrennen: mit fast drei Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz holte er sich den Tagessieg über alle Kategorien. Nur knapp ging der Tagessieg bei den Damen nicht nach Solothurn, dort musste sich Melanie Mathys der Kaderfahrerin Andrea Gratwohl aus Basel knapp geschlagen geben.

Neben den klassischen Slalomrennen gab es mit dem Fun-Sprint für die jüngeren Kategorien (bis und mit Jugend) und dem attraktiven Probst-Sprint über alle Kajak-klassen zwei Highlights jeweils als Abschluss der Renntage. Während im Fun-Sprint die Solothurner „nur“ einen 3. Platz bei den Schülern ergatterten, dominierten die Elitefahrer geradezu den Probst-Sprint, bei dem es zwei Tourenboote als SiegerIn zu gewinnen gab. Bei den Damen besetzten die Solothurnerinnen gleich alle Podestplätze: für einmal konnte sich Kristin Amstutz vor Christin Probst und Melanie Mathys durchsetzen. Es zeigte sich, dass die Slalom-Boote vom Sprint-Sponsor wohl die besten Gleiteigenschaften besassen (Rang 1 und 2 wurde in Probst-Booten erpapdelt). Ein Novum gab es bei den Herren: nachdem schon im Qualilauf erkennbar wurde, dass es auf ein Hitchcock-Finale zwischen Slalom-Star Mike Kurt und unserem jungen aufstrebenden Abfahrtsspezialisten Nico Meier hinauslief, schafften es die beiden tatsächlich im Final mit der auf die Hundertstelsekunde genau gleichen Zeit gemessen zu werden! Somit war zwar klar, dass beide den Bieler Lukas Werro auf Platz drei verweisen konnten, wer aber Boot und wer Paddel (Preis für den Zweitangierten) mit nach Hause nehmen konnte, war nicht entschieden. Kurzerhand entschied Peter Probst, dass ein Stechen gefahren werden musste. Mike besann sich dann der Dominanz der Probstbootfahrerinnen im Damenfinal und wechselte kurzerhand in ein solches. Ob es der Grund für seinen nachmaligen Sieg im Stechen war, oder es ihm im letzten Durchgang einfach noch besser gelaufen ist als Nico, bleibt offen… Jedenfalls hat auch Nico mit dem zweiten Rang einen Achtungserfolg erreicht und man munkelt, dass, wenn der Sprint 10 Sekunden länger gedauert hätte, Mike wohl den Kürzeren gezogen hätte…;)

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