Sprint-Weltmeisterschaften Kanu in Solkan (Slowenien)

Sensationelle Silbermedaille für die Solothurnerin Melanie Mathys

  Reto Schläppi

An den Sprint-Weltmeisterschaften im slowenischen Solkan wird die junge Solothurnerin Melanie Mathys sensationelle Zweite. Die zweifache Junioren-Weltmeisterin musste sich nur der Britin Hannah Brown geschlagen geben. Nach einer eher verhaltenen Qualifikation lag sie noch auf dem neunten Rang, im Finalrennen gelang ihr aber ein optimaler Lauf und sie holte sich in ihrem ersten Elitejahr überraschend die Silbermedaille.

Nach dem fünften Platz beim Sprintbewerb an den Europameisterschaften vor vier Wochen wollte sie mindestens wieder unter die Top-Fünf kommen und das war auch die Zielsetzung, die sie zusammen mit ihrer Trainerin für die Sprint-WM gesetzt hatte.  Kristin Amstutz:“ Ich wusste, dass Meli die Strecke in Solkan liegt, wurde sie dort doch im letzten Jahr Junioren-Europameisterin im Sprint und auch im klassischen Rennen und ich weiss auch, dass sie sich in den Finalrennen jeweils noch steigern kann. Mit einem Podestplatz haben wir nicht gerechnet, das zeigt aber, dass Meli sich in den Finalrennen jeweils noch einmal steigern kann und wie im vor einem Jahr auf derselben Strecke, konnte sie auch diesmal noch zulegen.“

Die Sprint-Weltmeisterschaften begannen aber für Melanie  nicht optimal. Sie schaffte zwar problemlos die Qualifikation für das Finalrennen, belegte aber direkt hinter ihrer Teamkollegin Chantal Abgottspon den neunten Rang in der Qualifikation. Melanie Mathys:“ Beim ersten Lauf hat mich bei der Einfahrt zum schwierigen Abschnitt eine kleine Welle erwischt und ich musste einen Bogen fahren, um wieder auf die Ideallinie zu kommen. So sind schnell einmal ein paar Zehntelsekunden verloren. Vor diesem Abschnitt hatte ich einen der besten Zwischenzeiten. Beim zweiten Lauf hatte es dann weniger Wasser und praktisch keine der Damen konnte ihre Zeit aus dem ersten Lauf noch verbessern.“

"Wir sind ganz stolz auf Dich"

 

Dafür konnte Melanie Mathys das Finalrennen relativ ruhig angehen, da sie dachte, es sei eh praktisch nicht möglich, die starken Konkurrentinnen vor ihr zu schlagen. Im Finalrennen zählt aber nur der Finallauf und dies kam ihr zu Gute. Mit einem annähernd fehlerfreien Lauf und der richtigen Fahrweise kam sie als vierte Starterin mit einer klaren neuen Bestzeit ins Ziel. Dann begann das lange und nervenaufreibende Warten  auf die besser klassierten Konkurrentinnen im Ziel. Als es sicher war, dass Melanie mindestens die Bronzemedaille holen wird, begann das grosse Jubeln, aber es kam noch besser. Auch die Favoritin, die Französin Sixtine Malaterre konnte die Zeit nicht unterbieten, nur gerade die Britin Hannah Brown konnte ihre Leaderposition aus der Qualifikation verteidigen und wurde Sprint-Weltmeisterin. Die Finalläufe der Sprint-WM boten ein zusätzliches Novum: erstmals wurden Sprintläufe unter Flutlicht durchgeführt. Die Finalläufe starteten erst um 22 Uhr abends und die Flutlichtbedingungen boten eine zusätzliche und ungewohnte Schwierigkeit für die Athletinnen.

Mit der Silbermedaille hat Melanie die erste Einzel-Medaille für die Schweiz überhaupt an einer Sprint-Weltmeisterschaft geholt und auch das Kunststück fertig gebracht, im ersten Jahr nach Abschluss der Juniorenkarriere auch bei den Elite auf dem Podest zu stehen. Diese Silbermedaille ist auch ein Resultat der optimalen Trainingsbedingungen. Trotz Maturprüfungen vor und direkt nach der Sprint-WM hatte Melanie Mathys als Sportklassenschülerin ein optimales Umfeld, um sich konzentriert auf die Weltmeisterschaften vorbereiten zu können.

Nicht zufrieden mit ihrem zwölften Schlussrang war die zweite Solothurnerin an der Sprint-WM, Chantal Abgottspon. Nach einem guten Qualifikationsrennen und der souveränen Qualifikation für den Finaldurchgang, unterliefen ihr im entscheidenden Lauf kleine Fehler in den Wellen vor dem Ziel und dies führte dazu, dass ihr Boot nicht optimal gleiten konnte.. Chantal Abgottspon:“ Nach der guten Qualizeit wusste ich, dass ich vorne mitfahren kann, war mir aber auch bewusst, dass diese Strecke keine Fehler duldet. Ich bin enttäuscht über den zwölften Schlussrang, vor allem da ich weiss, dass ich mit Meli mithalten könnte.“

Sie hat aber noch eine Chance auf eine Medaille. Im Teamrennen vom Sonntag wird sie zusammen mit Melanie Mathys und Sabine Eichenberger ihre Silber-Teammedaille der Europameisterschaften zu verteidigen versuchen.

 

 

Resultate:

 

 

 

 

 

 

 

 

13. Sabine Eichenberger (SUI)  nicht im Final

 

Damenteam verpasst am Sonntag das Podest in der Mannschaftswwertung.

An der Sprint-Weltmeisterschaft Kanu in Slowenien verpasste das Schweizer Damenteam im abschliessenden Team-Sprint die erwartete Medaille. Das Team mit Sabine Eichenberger, Melanie Mathys und Chantal Abgottspon verlor in beiden Läufen im oberen Flachteil zuviel Zeit und konnte den Rückstand bis ins Ziel nicht mehr wettmachen. Das Schweizer Team klassierte sich auf dem vierten Schlussrang. Trotz der verpassten Teammedaille kann das Schweizer Team mit der Sprint-Weltmeisterschaften zufrieden sein. Die Silbermedaille von Melanie Mathys im Kajak und die Bronzemedaille von Sabine Eichenberger im Einerkanadier waren die unerwarteten Highlights.

 

 

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