KANUWELTMEISTERSCHAFTEN 2012 IN DER ABFAHRT

Rückblick von Kristin Amstutz

Schon bald zur Tradition wird, dass Wildwasser-Abfahrtspaddlerinnen der Solothurner Kajakfahrer immer wieder mit Teammedaillen von sich reden machen: So auch an den Weltmeisterschaften auf der Isère bei Aime / La Plagne (Frankreich). Melanie Mathys und Chantal Abgottspon erpaddelten sich zusammen mit der Bruggerin Sabine Eichenberger Bronze im klassischen Rennen und im Sprint.

Mit einem 8. und einem 10. Platz in den Einzelbewerben gelang der zum ersten Mal an einer Elite-Weltmeisterschaft startenden Melanie Mathys ein ausgezeichneter Einstand in der Welt-Elite. Die achtzehnjährige Kanti-Sportklassenschülerin aus Solothurn wird dieses Jahr Anfang September noch ein letztes Mal in der Junioren-Kategorie an den Europameisterschaften starten können und dort ihren Titel von vor zwei Jahren zu verteidigen versuchen. Sie orientiert sich gleichzeitig schon seit letztem Jahr Richtung Elitekategorie und hat nun mit zwei Topten-Platzierungen bereits den Anschluss an die besten Wildwasser-Abfahrerinnen gefunden. „Ich hatte zwar nach den Rennen jeweils das Gefühl, dass noch mehr dringelegen hätte und war im ersten Moment leicht enttäuscht – aber mit etwas Distanz betrachtet, muss ich wirklich sehr zufrieden sein, dass ich trotz des sehr schwierigen Wildwassers, das ich aus den Juniorenkategorien noch nicht unter Wettkampfbedingungen kenne, so gute Resultate erreichen konnte“, erzählt Mathys und fügt hinzu: „Erfreulich ist auch, dass die Tschechin Klara Podurova, die ebenfalls noch Juniorin ist und an der Junioren-EM eine meiner härtesten Konkurrentinnen sein wird, ebenfalls an der WM teilgenommen hat und in beiden Rennen hinter mir platziert war.“


Weniger zufrieden mit ihren Einzelresultaten war ihre Klubkollegin Chantal Abgottspon aus Büren SO: sie hatte sich nach ihrer EM-Silbermedaille im Sprint vom letzten Jahr eine Top 5 Platzierung im Sprint und Top 10 im Klassikrennen zum Ziel gesetzt. Schon im Klassischen Rennen über knapp 15 Minuten kam sie nicht richtig auf Touren und war mit dem 11. Rang hinter ihren Erwartungen zurück. Nach Teambronze am Donnerstag versuchte sie sich neu zu konzentrieren auf die Sprintqualifkation vom Samstag und fühlte sich bereit, ihre gesetzten Ziele in Angriff zu nehmen. Doch wieder gelangen ihr keine optimalen Läufe auf dem schwierigen Wildwasser und sie verpasste die Finalqualifikation mit Rang 14. „Ich hatte im Vorfeld das Gefühl, die Verletzung von Mitte Mai habe keinen Einfluss mehr auf meine Fitness – aber vielleicht hatte das damit verbundene Fernbleiben von den Weltcuprennen und dem Vorbereitungsrennen auf der Isère doch seine Auswirkungen: mir scheint die Wettkampfpraxis zu fehlen und es gelingt mir nicht, die optimale Wettkampfleistung abzurufen“, analysiert die angehende Psychologiestudentin. „Ich schaue aber nach vorn und setze meinen Fokus schon auf die nächste Saison und freue mich natürlich sehr über die beiden Teammedaillen“, zeigt sie sich gewohnt optimistisch.
Beide Solothurnerinnen holten sich wie schon im Jahr zuvor an den Europameisterschaften zusammen mit Sabine Eichenberger aus Brugg im Klassischen Rennen wie auch im Sprint die Bronzemedaille. Obwohl in schwierigem Wildwasser ein Resultat nie voraussehbar ist, konnten die Schweizerinnen vom Leistungspotenzial her mit einer Medaille rechnen. Die Freude über zwei Mal Bronze ist zwar gross, leise hatte man sich aber erhofft, um den Titel oder zumindest um Silber mitreden zu können. Leider wurden dem Team sowohl im Klassischen Rennen, wo sie in der letzen Zwischenzeit noch auf Silberkurs waren, als auch in den beiden Läufen des Sprints immer Fahrfehler ihrer Teamleaderin zum Verhängnis und sie mussten sich mit dem Minimalziel Bronze zufrieden geben. Eichenberger hatte insgesamt eine suboptimale WM, da im Familienkreis jemand schwer erkrankt ist, konnte sie nicht mit freiem Kopf paddeln und geriet im Wildwasser immer wieder in Schwierigkeiten.